Willkommen beim Schachklub Zollikofen!


Wir trainieren am Donnerstag Abend:
Jugend ab 18:00 Uhr; Spezialtraining ab 17:30 Uhr
skzollikofen/jugend
Erwachsene
ab 19:30 Uhr
skzollikofen/Spielbetrieb
Ort: Kirchgemeindehaus, Lindenweg 3, 3053 Zollikofen
Auskunft: Werner Hertzog, Tel. 079 772 09 89



aufgrund einer Beschränkung des Providers pro Seite sind die News vor dem 24.2.2026 in einem Archiv zugänglich


21.6.2026 SMM 2026 - 5. Runde vom 20.6.2026

Zollikofen gewinnt zuhause gegen Lyss mit 4:2


Siegpflicht im Aufstiegsrennen!

Für einmal haben wir mehr oder weniger nach Spielstärke aufgestellt. Unklar war für uns, an welchem Brett der stärkste Spieler von Lyss - Seeland spielen wird. Es traf diesmal Daniel am dritten Brett; er nahm das etwas grummelig entgegen. Lyss trat mit einer recht jungen Mannschaft an und es machte den Anschein, dass die heutige Aufgabe lösbar ist. Allerdings mussten wir gewinnen, um im Aufstiegsrennen zu bleiben, und das setzt alle Spieler unter Druck. Emin durfte am ersten Brett spielen und Christian am zweiten. Jo spielte mit Schwarz am vierten Brett und Andreas am fünften. Peter schliesslich spielte mit Schwarz am sechsten Brett.

Klassiker und unregelmässige Überraschungen auf den 64 Feldern
Es kamen folgende Partien aufs Brett:
Emin mit Weiss spielte eigentlich wie immer Italienisch. Christian wurde die Englische Eröffnung serviert - eine strategische Eröffnung. Daniel mit Weiss eröffnete e4 und bekam Sf6 also Aljechin, er wollte sich aber nicht darauf einlassen und spielte dann Sc3 Jo bekam ebenfalls e4, antwortete mit c6 und dann wurde es bereits unregelmässig Andreas eröffnete auch mit e4 und bekam auch e5 und anschliessend unregelmässig Peter bekam ebenfalls e4 und spielte Sizilianisch c5.


Familienbande am Brett: Die Ruiz-Söhne zeigten Biss.
An den Brettern 4,5 und 6 spielte eine Familie! Der Vater mit seinen Söhnen. Die Söhne spielten stärker als ihr Vater, aber davon später. Diese Familie hat offenbar eine eigene Eröffnung kreiert - Ruiz.

 

Die erste Stunde am Brett: Der Kampf ist lanciert
Die Eröffnung verlief bei allen Spielern mehr oder weniger gut; ich musste also noch etwas zuwarten, bis es zur Sache ging. Nach einer guten Stunde zeichneten sich allmählich die ersten Trends ab. Den besten Eindruck hatte ich von Enim, er hatte schon früh einen Bauern erobert, war aber mit der Entwicklung etwas im Rückstand, aber nie so, dass es eine Kompensation für den Bauern gewesen wäre. Daniel hatte nominell den stärksten Gegner am Brett und für einmal spielte Daniel nicht auf Sieg, sondern auf Remis; seltsamerweise kam er dadurch in leichten Vorteil. Könnte das vielleicht ein Hinweis sein, dass es manchmal auch weniger angriffig geht? Andreas stand gut und hatte plötzlich eine Figur mehr. Ich habe nicht mitbekommen wie das ging. Allerdings hatte der Gegner danach ziemlich viel Druck auf den Königsflügel und Andreas musst sehr genau verteidigen. Jo und Peter hatten es mit den Söhnen Ruiz zu tun und beide hatten einiges zum Nachdenken - nicht etwa die Söhne! Bei Peter hört man den Spielstand jeweils recht gut; je unangenehmer der Gegner aufspielt, umso mehr räuspert sich Peter. Und Christian? Alles im Griff auf beiden Seiten mit geschlossenen Stellungen und noch alle Bauern und Figuren auf dem Brett. Irgendwie erinnerte mich das an einen Stellungskrieg und beide Seiten waren im Schützengraben verschanzt und lauerten auf Gelegenheiten. Der Kampf war somit lanciert …

 

Ein cleveres Remis und zähes Ringen an den Brettern
Nach zwei Stunden hatte Daniel seine Stellung so weit konsolidiert, dass sein Gegner schon langsam nach guten Zügen suchen musste und lange überlegte. Daniel bot im richtigen Augenblick ein Remis an und sein Gegner akzeptierte. Gar nicht schlecht, wenn man gegen den stärksten Spieler ein Remis holt, ausserdem war das taktisch klug! Christian, Jo und Peter hatten ein zähes Ringen; Christian stand am besten - allerdings ausgeglichen; Jo hat irgendeinmal einen Bauern geben müssen, aber die Stellung war noch intakt. Peter stand materialmässig gleich, aber der Gegner war aktiver und die Figuren besser koordiniert.

Parallele Siege: Abgewehrte Angriffe und unaufhaltsame Freibauern
Andreas und Emin hatten eine analoge Situation; sie waren beide materialmässig deutlich im Vorteil, mussten aber scharfe Angriffe auf die Königsstellung parieren. Der Gegner von Emin opferte sogar einen Turm, aber das Opfer war nicht durchkalkuliert. Emin konnte den Turm mit dem König nehmen und den drohenden Angriff widerlegen; danach den Freibauern auf der a-Linie stossen. Die Probleme seines Gegners wurden allmählich unlösbar und schon bald gab dieser auf. Sieg am ersten Brett. Kurz darauf tat es ihm Andreas gleich; auch er konnte den Angriff abwehren und am Damenflügel seinen Freibauern auf der a-Linie stossen. Ich musste dann sogar noch eine Dame aus einer anderen Schachtel holen. Dann ging es schnell - drei Züge und es war Matt.

 

Taktische Massarbeit in den Endspielen: Die Schwarzspieler sichern den Gesamtsieg
Jetzt waren unsere Schwarzspieler gefordert. Christian kam in ein Turmendspiel; es war aber bald klar, dass es in dieser Stellung auf beiden Seiten keine zwingenden Gewinnzüge gab; einer musste also einen Fehler machen. Keiner der beiden Spieler hatte aber die Absicht, einen Fehler zu machen, und schon bald einigte man sich auf ein Remis. Damit hatten wir nun den Stand 3:1 zu unseren Gunsten und einen Mannschaftspunkt auf sicher. Ob es einen Zweiten gibt, war alles andere als klar. Jo hatte einen Minusbauern und ein Turmendspiel - das kann man auch verlieren, wenn man nicht die besten Züge findet. Das komplexeste Spiel hatte Peter: ein Endspiel mit einem Minusbauern, dem Läuferpaar und einem Turm gegen Turm, Läufer und Springer. Die Strategie von Peter war bald klar; er wollte das Läuferpaar unter allen Umständen behalten und sein Gegner wollte es unter allen Umständen nehmen. Die Strategie von Peter ging mit präzisem Spiel auf und der Gegner musste nolens volens das Remis akzeptieren. Peter hätte eigentlich auch noch auf Sieg spielen können, aber er verzichtete darauf zugunsten des Mannschaftsergebnisses. Nun hatten wir beide Mannschaftspunkte.

 

Ein zäher Schlussakt: Hart erkämpftes Remis krönt den Gesamtsieg
Jo musste am längsten spielen; sein jugendlicher Gegenspieler wollte unbedingt gewinnen und hatte Biss. Das ist nicht sehr ratsam gegen Jo. Schon bald war der Mehrbauer weg und wenig später hatte Jo einen Mehrbauern. Der Junge konnte sich aber steigern und konnte seinerseits den Freibauern auf der a-Linie verspeisen. Jo hatte immer noch einen Mehrbauern auf der h-Linie! Inzwischen musste ich schon das zweite Blatt für die Notation austeilen und Jo hatte nur noch 4 Minuten Bedenkzeit und sein Gegner noch 10 Minuten. Die fünfte Stunde brach an! Zum Glück entstand eine Stellung, welche zwingend zu Zugswiederholung führen musste und endlich willigte sein Gegner ins Remis ein. Somit war ein Schlussstand von 4:2 erreicht. Die vier Einzelpunkte sind äusserst wertvoll, weil die Mannschaften im Ranking dicht gedrängt sind, und jeder Einzelpunkt kann entscheidend sein.

Günstige Ausgangslage für den Endspurt: Mit Rückenwind in die Sommerpause
Die Ausgangslage für die zwei letzten Runden ist jetzt günstig. Das Schlussprogramm ist nicht mehr so hart - das heisst unsere Gegner haben das schwierigere Schlussprogramm als wir. Allerdings dürfen wir nicht patzen in den verbleibenden zwei Runden und sollten möglichst viele Einzelpunkte holen. So, und jetzt ist Sommerpause …

 

 

Spielbericht: Werner Hertzog


7.6.2026 SMM 2026 - 4. Runde vom 6.6.2026

Zollikofen holt sich in Langenthal mit 3:3 ein Unentschieden

Es war schon vorher klar: Es wird ein D-Day werden; wer heute gewinnt, stellt die Weichen in Richtung Gruppensieg. Einfach noch zur Info: Die Gruppe, in welcher wir spielen, ist sehr ausgeglichen mit starken Mannschaften, welche eigentlich auch eine Liga höher spielen könnten. Andreas Zahnd und Jo Zahner konnten heute nicht spielen und so mussten Pierre und ich selber in die Bresche springen. Wir hatten ein bisschen taktisch aufgestellt. Ich habe mich 'geopfert' und übernahm das erste Brett. Daniel das zweite, Christian das dritte, Emin das vierte, Peter das fünfte und Pierre das sechste Brett.

Da ich selber spielte, konnte ich die Partien in der Eröffnung nicht beobachten und erst den Schluss mitverfolgen.

Zuerst zu meiner Partie; ich spielte gegen den stärksten Gegner am ersten Brett. Er eröffnete mit dem Königsbauern und spielte Italienisch und ich wählte die Zweispringerverteidigung; diese hatte ich auch vorbereitet und ich hatte ein gutes Gefühl. Aber dann kam die Überraschung! Er spielte d4 im vierten Zug und das mündete dann in den sogenannten Max-Lange-Angriff, der als ziemlich scharf gilt und für beide Spieler schwierig ist. Das gute Gefühl war nun weg. Ich hatte die Theorie dazu nicht präsent und musste am Brett analysieren. Wie zu erwarten war, fand ich nicht die theoretisch besten Züge, aber offenbar doch solche, die zu denken gaben. Im 6. Zug brauchte mein Gegner 25 Minuten, bis er sich entschieden hatte. Ich spielte wohl etwas unorthodox und das ist für den Gegner auch nicht einfach. Es war aber schnell klar, dass die Stellung des Gegners besser war und es war nur eine Frage der Zeit, bis mein Gegner sich durchsetzen konnte. Ich hatte das Ziel, meinen Gegenspieler so lange wie möglich hinzuhalten. Das ist mir auch gelungen.

In der Zwischenzeit gingen nämlich zwei Partien schon zu Ende.

Peter gewann als Erster, er war aber mit seinem Spiel nicht ganz zufrieden, aber offenbar hat sein Gegenspieler mehr daneben gegriffen - gewonnen ist gewonnen. Am sechsten Brett fiel die zweite Entscheidung und Pierre musste seine Niederlage eingestehen; er wollte seine Partie nicht kommentieren und sagte nur, dass er es in der Eröffnung verscherzt hat. Anders erging es Emin; sein Gegner hatte keine Chance gegen das solide Spiel von Emin - Boa constrictor eben.

Danach ging meine Partie zu Ende; ich habe wohl meinen Gegner etwas genervt, weil ich nicht schon längst aufgegeben habe, aber ich wollte noch etwas Verteidigung üben und fand immer wieder originelle Züge. Im 34. Zug war es dann vollbracht und mein Gegner kam fast noch unter Zeitdruck. Fazit: Ich muss den Max-Lange-Angriff lernen.

Der Stand war jetzt 2:2 und nichts war entschieden.

Daniel hatte ein brisantes Endspiel; er hatte im Verlaufe des Spiels die Qualität gegeben, konnte diese aber wieder zurückgewinnen dank eines vorgerückten Bauern. Schliesslich war ein Läuferendspiel mit zwei ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett. Daniel konnte sich am Rand einen Mehrbauern sichern, aber das nützte nichts. Endspiele mit ungleichfarbigen Läufern gehen in den allermeisten Fällen remis, auch wenn einer der Spieler einen Mehrbauern hat und so war es auch in diesem Fall.

Nun musste die Entscheidung am dritten Brett fallen. Christian hatte ein heikles Damenendspiel. In der Regel gewinnt jener Spieler, der seinen Freibauern weiter vorne hat, und Christian hatte seinen Bauern weiter vorne. Er hatte sogar einen Mehrbauern, aber seine eigene Dame versperrte seinem Freibauern den Weg und Christians König hatte keine Deckung. Mit anderen Worten hatte der Gegner ein Tempo mehr und drohte, ewig Schach zu geben. Ausserdem besteht in solchen Situationen immer auch die Gefahr, mit einem Fehlzug die Partie noch wegzuschmeissen. Raven der Rabe - Christians neuer Spitzname - willigte schliesslich in ein Remis ein und somit gab es eine gerechte Punkteteilung.

Mit einer Punkteteilung sind wir immer noch im Kampf um die Spitze und Langenthal übrigens auch; jetzt kommt es darauf an, was die Gegner gemacht haben. In der fünften Runde wird uns wieder ein harter Brocken serviert: Lyss-Seeland - einer der Mitfavoriten. Allerdings haben wir ein Heimspiel und können hoffentlich in Bestbesetzung antreten.

 

 

Spielbericht: Werner Hertzog


31.5.2026 Rückblick auf die 2. Zollikofen Chess Challenge vom 30.5.2026

 

Rangliste
Eintrag auf Facebook

Mit 34 Teilnehmenden und 32 Finishern war die 2. Zollikofen Chess Challenge in Erinnerung an Albrecht Zürcher ein voller Erfolg.

Die Preise gingen an die folgende:n Spieler und Spielerin:

1. Rang: Bohler Claude
2. Rang: Robequin Alistair
3. Rang: Gast Michael
4. Rang: Gäggeler Kaspar
5. Rang: Kiener Adrian
6. Rang: Fankhauser Salomon
7. Rang: Zaugg Miro
Beste Frau: Asokkumar Gowshika
Bester Junior: Fankhauser Salomon

Ein grosser Dank geht an alle Teilnehmenden und das Organisationsteam. Ein ganz spezieller Dank geht an den Turniersponsor Daniel Brawand - Inhaber des Fachoptikgeschäfts https://swiss-optik.ch/ueber-uns/ in Zollikofen.


11.5.2026 SMM 2026 - 3. Runde vom 9.5.2026

Zollikofen gewinnt auswärts gegen Köniz-Bubenberg mit 3.5 gegen 2.5

Nicht mit der Bestbesetzung aber doch mit einer starken Mannschaft sind wir heute Nachmittag auswärts gegen Köniz-Bubenberg angetreten. Christian spielte am ersten Brett gefolgt von Daniel und dann kam Peter ans dritte Brett. Jo wollte Weiss spielen und spielte am vierten Brett. Am fünften und sechsten Brett spielte Marc und Pierre. Pierre kannte drei gegnerische Spieler, weil er gegen diese schon gespielt hatte und hoffte, dass er nicht gegen den Mannschaftsleiter Hans Vermin spielen muss. Er hoffte vergebens, denn Köniz-Bubenberg stellte gegen uns invers auf. Offenbar hatten sie Respekt vor unserer Mannschaft - ein schönes Kompliment.

 

Die Eröffnungsphase war an den ersten vier Bretter relativ ruhig: Christian verteidigte mit Aljechin gegen den e4 Zug, Daniel spielte Königsgambit und wurde mit dem Falkbeer Gegengambit beglückt, am dritten Brett eröffnete Weiss unregelmässig und Peter fianchettierte seinen Läufer am Königsflügel; am vierten Brett wurde Englisch mit c4 eröffnet. Marc bekam es mit der Damenbauerneröffnung zu tun und Pierre spielte e4 - what else? Ihm wurde postwendend "Cosa Nostra" das heisst Sizilianisch serviert.

 

Nach einer Stunde standen die ersten vier Bretter mehr oder weniger ausgeglichen da; alle Spieler kamen befriedigend aus der Eröffnung heraus und konnten ins Mittelspiel ohne Handicap überleiten. Am Brett 5 und 6 sah es etwas anders aus. Marc wurde von seinem erfahrenen Gegner ziemlich in die Mangel genommen und verlor schon bald einiges an Material; viel zu früh musste er die Segel streichen - die frühen Materialverluste waren zu gravierend und es gab auch nichts mehr, um im Trüben zu fischen. Pierre ging es nicht viel besser. Er glaubte, schon zu Beginn eine Schwäche beim Gegner auf f7 zu erkennen und startete einen Angriff nach dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Aber er hatte noch nicht alle Figuren entwickelt. Das hat uns doch Pierre an den Spielabenden immer eingebläut - zuerst Figuren entwickeln und dann angreifen. Sein Gegner hatte einen Verteidigungszug auf Lager, den Pierre nicht einkalkuliert hatte und ab da war sein Gegner am Drücker. Der König wurde gejagt und die Stellung war nicht mehr zu sanieren. Pierre trug es mit Fassung und gab stilvoll auf - das kann auch nicht jeder. Somit waren wir 2:0 im Hintertreffen und wir waren als Mannschaft bereits im Zugzwang, aber nicht am Brett!

 

Jetzt brauchte es Geduld! Nach 2,5 Stunden zeichneten sich an den ersten beiden Brettern allmählich Stellungsvorteile ab und plötzlich ging es schnell; Christian drohte zwingend die Qualität zu nehmen gefolgt von einem Damentausch. Die daraus resultierende Stellung war für Weiss praktisch verloren und Christians Gegner gab auf - auch mit Stil. Am zweiten Brett wurde schneller gespielt und die Partie befand sich bereits im Turmendspiel. Daniel konnte schneller seinen König zu den vorgerückten Bauern bewegen und sein Gegner war damit zur Passivität gezwungen. Jetzt konnte er sich alle Zeit der Welt nehmen und die Stellung stetig verbessern. Sein Endspiel war lehrbuchmässig und sein Gegner resignierte - die Umwandlung in eine Dame war nicht mehr ohne Turmverlust zu verhindern. Beim Zuschauen war schon früh klar, dass er eine gewonnene Stellung hatte, aber es ist immer spannend zuzuschauen, wie das Zug um Zug realisiert wird. Nun waren wir wieder bei den Leuten, das heisst, es stand 2:2.

 

Wird invers aufgestellt, fällt die Entscheidung in der Regel an den mittleren Brettern drei und vier. Am dritten Brett war Peter mit einem Mehrbauern im Vorteil und am vierten Brett Jo mit einem Minusbauern im Nachteil. Zuerst zur Partie von Peter: Es gelang ihm schrittweise die Initiative zu ergreifen; er tauschte zuerst die Türme und dann einen Springer gegen einen Läufer. Der Abtausch war vorteilhaft für Peter, weil er ja einen Mehrbauern hatte und ausserdem im Endspiel einen Springer gegen einen schwarzfeldrigen Läufer. Peter hatte alle seine Bauern auf Weiss und sein Gegner hatte eigentlich keine guten Züge zur Verfügung. Peter musste allerdings wegen eines gegnerischen Freibauern ziemlich lange herumlavieren, aber schliesslich war sein eigener Freibauer kurz vor der Umwandlung und damit konnte Peter seinen Springer problemlos dem Läufer zum Frass anbieten - dieser konnte nicht gefressen werden wegen der drohenden Umwandlung. Die Lage war schon lange aussichtslos, aber der Gegner wollte nicht aufgeben. Als die Damenumwandlung nicht mehr zu verhindern war, gab er dann doch auf - etwas spät, um stilvoll zu sein. Jetzt hatten wir sicher schon einen Mannschaftspunkt.

 

 

Es kam darauf an, was Jo noch erreichen konnte. Sein Gegner hatte zwar einen Mehrbauer, aber Jo mehr Initiative und Möglichkeiten. Jo spielte wie immer sehr solide und genau. Sein Gegner war allerdings vom gleichen Holz geschnitzt. Schliesslich zeichnete sich eine dreifache Stellungswiederholung ab und der Gegner bot ein Remis an, welches Jo im Wissen um den Mannschaftssieg dankend annahm. Dank Jos solidem Spiel holten wir also beide Mannschaftspunkte. Die gegnerische Taktik ging fast auf, aber auch knapp daneben ist halt daneben.

 

 

Spielbericht: Werner Hertzog





19.4.2026 SMM 2026 - 2. Runde vom 18.4.2026

 

Das Beste zuerst: Zollikofen hat gegen Fribourg 3 mit 4,5 : 1,5 gewonnen.

 

Das Resultat ist eigentlich viel zu deutlich ausgefallen und die Entscheidung fiel erst nach mehr als vier Stunden. Es war eine richtige Achterbahnfahrt mit dem glücklicheren Ende für Zollikofen.

 

Daniel spielte mit Weiss sein Königsgambit. Christian, Jo und Peter  wurden alle mit der Damenbauerneröffnung konfrontiert. Emin spielte am dritten Brett mit Weiss ebenfalls 1. d4. Andreas eröffnete mit dem Königsbauern.

 

Nach einer Stunde Spielzeit waren alle Stellungen mehr oder weniger ausgeglichen.

 

Daniel hatte einen sehr zähen Gegner und seine Stellung war asymmetrisch und komplex. Christian hatte Raumvorteil mit seinen vorgerückten Bauern am Damenflügel. Auch Emin ist gut aus der Eröffnung herausgekommen und hatte leichten Vorteil. Bei Jo wurde um die Vormacht im Zentrum gekämpft und die Planentwicklung war für beide Seiten schwierig. Eine ganz andere Stellung präsentierte sich bei Andreas: Er hatte eine offene Stellung und konnte sein Läuferpaar bewahren, was eher vorteilhaft war.

 

In dieser Phase hatte ich das Gefühl, dass wir rasch gewinnen könnten. Nach 2,5 Stunden war der Optimismus immer noch da, weil die Stellungen alle entweder ausgeglichen waren oder sich eher zu unseren Gunsten entwickelt hatten.

 

Nach 3,5 Stunden schien die Entscheidung nahe: Jo konnte am vierten Brett mit Schwarz als Erster gewinnen. Das ist immer ein Vorteil, weil die gegnerischen Spieler damit unter Druck kommen. Damit hat Jo jetzt einen Spitznamen verdient: RED (Retired Extremely Dangerous). Kurz danach einigten sich Christian und sein Gegner auf Remis. Die Stellung war verkeilt und keiner konnte einen vernünftigen Hebel ansetzen. Wenig später konnte sich Andreas mit seinem guten Läufer durchsetzen und zwei Mehrbauern ergattern; schon bald strich sein Gegner die Segel. Well done Andreas! Jetzt stand es 2,5 : 0,5.

 

Peter spielte mit Schwarz das Budapester Gambit und hatte zwei ausgezeichnete Springer. Im 24. Zug nahm Peter mit einem Springer den f2 Bauern und sein Gegner konnte den Springer mit seinem König nicht nehmen, weil die folgende Kombination zu einem frühzeitigen Matt geführt hätte. In der Folge gewann Peter die Qualität. Ich dachte, dass Peter jetzt eine gewonnene Stellung hat.

 

Bei Daniel gab es ein zähes Ringen und inzwischen war sein Gegner eher am Drücker; hier dachte ich, dass Daniel noch froh sein muss, wenn er Remis halten kann. Er hat dann auch einmal Remis angeboten, aber sein Gegner ignorierte es. Auch bei Emin hatte sich das Blatt gewendet; er verlor die Qualität und hatte einen Minusbauern und einen angreifbaren König. Die Partie stand für ihn jetzt auf Verlust.

 

Inzwischen war die vierte Stunde angebrochen. Emin hatte nun ein Damenendspiel mit zwei Minusbauern - eigentlich verloren; sein einziger Trumpf war sein zentraler König und ein vorgerückter Freibauer. Daniel hatte zwar eine Figur mehr, aber sein Gegner hatte mit drei Mehrbauern eine enorme Drohkulisse - extrem heikel. Ich sah die Partie bereits als verloren an. Und Peter? Ihn hat inzwischen sein taktischer Mut etwas verlassen und er brachte seinen Gegner mit zu passiven Zügen wieder ins Spiel. Es gibt nichts Schwierigeres als eine gewonnene Stellung zu gewinnen! Man ruht sich auf seinem Vorteil aus und der Gegner hat nichts mehr zu verlieren - ein psychologischer Fallstrick.

 

Jetzt drohte der Mannschaftsverlust!

 

In der fünften Stunde kam die überraschende Wende: Zwar verlor Peter seine Partie in einer Zugzwangsstellung - eigentlich schade nach seinem genialen 24. Zug. Dafür konnte Emin seine Partie dank gütiger Mithilfe seines Gegners gewinnen. Sein Gegner liess sich auf einen Damentausch ein und Emin konnte dann dank der besseren Königsposition seinen vorgerückten Bauern schneller umwandeln - Endspieltechnik sollte man intus haben! Sein Gegner hatte offensichtlich die Stellung falsch beurteilt. Damit war der Mannschaftssieg gesichert. Ich konnte es kaum fassen - was für eine Wende!

 

Und es kam noch besser. Daniel schaffte das Wunder, seinen letzten (!) Bauern in eine Dame zu verwandeln und mit einem vorhergehenden Springeropfer den Gegner zu einem entscheidenden Tempoverlust zu zwingen. Danach musste er mit seiner Dame und dem König vier Bauern stoppen. Keine leichte Aufgabe, aber er spielte im Gegensatz zu seinem Gegner das Endspiel absolut fehlerfrei.

 

Vor Spielbeginn hatte ich der gegnerischen Mannschaft versprochen, dass jeder der verliert, ein Birra Moretti bekommt. Die Gegner hat’s gefreut. Es gab also vier Mal Gratisbier!

 

 

Spielbericht: Werner Hertzog

 

 


29.03.2026 – Das Sommerprogramm ist aufgeschaltet
Abwechslungsreich, entspannt und für alle Spielstärken geeignet.
Freu dich auf Turniere, Themenabende und besondere Events.
Auch Geselligkeit und spannende Partien kommen nicht zu kurz.
Jetzt entdecken und mitspielen:
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14.3.2026 SMM 2026 - 1. Runde vom 13.3.2026

Wenn wir gegen Kirchberg spielen, geht es immer hoch zu und her. Es war unklar, ob die beiden starken Lehmann-Brüder spielen würden und falls ja an welchem Brett. Es kam nur Marco Lehmann - auch gut. Als die gegnerische Aufstellung bekannt war, wussten wir, dass Marc am dritten Brett mit Weiss in den sauren Apfel beissen musste. Ich hatte da so eine Ahnung …

Marc war dann auch der erste, der das Handtuch werfen musste; er spielte zwar forsch auf mit der Reti-Eröffnung und lenkte dann sofort in die Damenbauerneröffung mit d4, c4 und e4; sein Gegner verteidige mit Königsindisch und nutzte die erstbeste Gelegenheit für eine scharfen Angriff, der dann auch zum Matt führte. Es ist keine Schande, gegen Marco zu verlieren!

Am ersten Brett spielte Emin mit Weiss; Königsbauereröffnung und dann Russische Verteidigung. Emin bekam schon bald Initiative und baute diese in gewohnter Manier aus. Mit einem schönen taktischen Angriff und sehr gut koordiniertem Figurenspiel war die Lage für den Gegner bald hoffnungslos - er gab auf.

Nun stand es 1:1.

Am vierten Brett spielte Christian mit Schwarz; es kam das Londonsystem auf’s Brett und Christian verteidigte königsindisch. Lange Zeit war die Stellung komplett geschlossen; dann kam die Öffnung von Christian; die h-Linie war komplett offen und es drohte ein heftiger Angriff auf den weissen König. Ich hatte schon den Sieg für Christian notiert, aber Christian vergreift sich in der Zugfolge und gewährt dem Gegner ein Tempo. Der Gegner verliert zwar die Dame, aber Christian auch zwei Figuren und der Gegner behält beide Türme und besitzt nun die h-Linie. So ein Pech - nun war der schwarze König kompromittiert und der Gegner liess sich nicht zwei Mal bitten. Christian war genervt …

Am sechsten Brett spielte Peter mit Schwarz gegen einen starken Gegner. Peter spielte das Wolga-Gambit gegen die d4 Eröffnung. Die Partie dauert ziemlich lange und ging ins Endspiel. Es war ein schwieriges Endspiel mit einem Minusbauern für Peter. Sein starker Springer gegen eine schwächelnden Läufer rettete ihm das Remis.

Jetzt kam es auf Daniel an!  Er spielte am fünften Brett mit Weiss und spielte sein Königsgambit. Sein Gegner lehnte ab und Daniel behielt die Initiative, aber nie soviel, dass es für eine Entscheidung gereicht hätte; also musste die Partie im Endspiel entschieden werden. Daniel hatte den aktiveren König und die bessere Bauernstruktur; der richtige Bauernzug und sein Gegner gab auf - er wollte sich das nicht mehr zeigen lassen.

Jetzt stand es 2,5: 2,5. Jo spielte mit Schwarz am zweiten Brett; er hätte zwar lieber auf den hinteren Brettern gespielt, aber ich hatte meine Gründe für diese Aufstellung und ich behielt recht. Sein Gegner eröffnete mit dem Damenbauern und Jo verteidigte Königsindisch. Jo liess sich viel Zeit und sein Gegner ebenfalls. Sie spielten wir Grossmeister. Nach vier Stunden waren sie dann in einem Turm/Springer -Endspiel angekommen. Jo hatte einen Minusbauern, aber nur kurze Zeit, weil sein Gegner seinen Isolani-Freibauern nicht verteidigen konnte. Jo sah das natürlich. Die Springer wurden getauscht und dann kam ein komplexes Turmendspiel. Sein Gegner wollte unbedingt gewinnen, weil er drei verbundene Bauern hatte und Jo hatte drei Isolani! Diese waren aber so gut positioniert und der gegnerische König in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Schliesslich konnte Jo dreifache Stellungswiederholung monieren und die Partie endete remis.

Damit gab es eine gerechte Punkteteilung. Beide Mannschaften hätten auch gewinnen können, aber am Schluss waren beide Mannschaften zufrieden.

Es war ein richtiger Show-down mit spannenden Stellungen zähen Kämpfen.

Spielbericht: Werner Hertzog


2.3.2026  SJMM 2025/2026 - Regionalliga 2 - West 2 - 4./5. Runde vom 28.2.2026

In der 4. und 5. Runde traf der Schachklub Zollikofen am 28. Februar 2026 gleich zweimal auf Solothurner Mannschaften. Gegen Solothurn 5 erreichten wir ein 2:2-Unentschieden, mussten uns jedoch in der anschliessenden Begegnung gegen Solothurn 4 mit 1:3 geschlagen geben. Damit holten wir aus vier möglichen Mannschaftspunkten nur einen, womit ein mögliches Aufstiegsspiel ausser Reichweite gerät. Die Partien waren teilweise gehaltvoll und hart umkämpft, allerdings auch mit Fehlern auf beiden Seiten. Unsere Junioren zeigten Kampfgeist und Kreativität, verfolgten jedoch mitunter zu konsequent ihre eigenen Ideen und übersahen dabei Chancen am Brett. Gleichzeitig gab es auch starke und überraschende Züge, die das vorhandene Potenzial klar aufzeigen. Nach fünf Runden liegen wir weiterhin auf dem 2. Schlussrang. Erfreulich ist, dass wir uns im zweiten SJMM-Jahr deutlich gesteigert haben. Die Entwicklung stimmt – und vielleicht gelingt im dritten Jahr der nächste Schritt.

Post gestützt auf Bericht Werner Hertzog

Link Swisschess zur 4. Runde
Link Swisschess zur 5. Runde


25.2.2026  GM im Fokus - Viktor Kortschnoi

Ein herzlicher Dank geht an Peter Schmid für die Aufarbeitung und die Vorstellung von Viktor Kortschnoi am Spielabend vom 19. Februar 2026.

Der in Leningrad geborene Grossmeister zählte über Jahrzehnte zur Weltspitze. Er gewann fünfmal die Meisterschaft der UdSSR, bestritt 1978 den Weltmeisterschaftskampf gegen Anatoli Karpow und spielte nach seiner Emigration viele Jahre erfolgreich für die Schweiz.
Link zur Biografie
Link zu weiteren Präsentationen von Grossmeistern an unseren Spielabenden


24.2.2026  SGM 2025/2026 – 3. Regionalliga – Zone F – 6. Runde - gespielt am 21.2.2026

 

Wir haben 3:1 gegen Schwarz-Weiss Bern 3 gewonnen.

Der Kampf war aber viel ausgeglichener als das Resultat vermuten lässt.

Resultatseite Swisschess

Es kamen vier spannende Partien aufs Brett:

Daniel spielte mit Weiss sein berüchtigtes Königsgambit
Christian verteidigte mit der Aljechinverteidigung gegen die e4 Eröffnung
Emin eröffnete mit e4 und sein Gegner verteidigte russisch
Peter wurde auch mit e4 konfrontiert und verteidigte sizilianisch

Also vier e4 Eröffnungen und vier grundverschiedene Spielentwicklungen. Das ist ein bisschen das Problem der e4 Eröffnung, welche ja gemäss Pierre die Mutter aller Eröffnungen ist; beide Spieler müssen relativ viel wissen, ganz geschweige denn von den vielen Varianten nach jeder Abzweigung.

Als Erster gewann Peter; er spielte gegen einen Junior. Wie oft bei Junioren zu beobachten, spielte dieser zu schnell und stellte schon zu Beginn des Mittelspiels einen Läufer ein; etwas später übersah er eine Scheindeckung und verlor noch eine Figur. Peter war unerbittlich und setzte ihn in wenigen Zügen matt. Danach gab es etwas Tränen, aber Peter tröstete ihn und spielte noch drei Partien Blitz; diese spielte der Junge dann viel besser. 

Als Zweiter gewann Emin; es gelang ihm, dem Gegner zwei Bauern zu stehlen, ohne dass dieser dafür eine Kompensation erhielt. Das war natürlich nicht mehr aufzuholen und Emin nutzte seinen Vorteil und gewann souverän.

Als Dritter beendete Daniel seine Partie; es war ein harter Fight und sein Gegner war ihm ebenbürtig. Daniel konnte den geopferten Bauern zurückgewinnen, aber das war dann schon das höchste der Gefühle. Beide Gegner mussten mit Schwächen in der Stellung kämpfen; eben Königsgambit … schliesslich einigten sie sich auf ein gerechtes Remis.

Nicht überraschend dauerte Christians Partie am längsten; im Nachhinein wurde rasch klar, wo der suboptimale Zug war. Meistens reicht einer, um in Nachteil zu kommen. Christian liebt geschlossene und komplizierte Stellungen, welche er dann im entscheidenden Augenblick überraschend öffnet. Für einmal ging Christian mit einem Minusbauern ins Endspiel mit vier Türmen auf dem Brett. Christian konnte den Minusbauern dadurch kompensieren, dass er beide Türme auf der zweiten Linie des Gegners hatte und den gegnerischen König kontrollieren konnte. Am Ende einigten sich die beiden Spieler auf Remis. Es drohte dreifache Stellungswiederholung; die nachträgliche Analyse ergab als Variante eine erzwungene Abwicklung ins Remis - also der richtige Entscheid.

Fazit zu den Spielertypen:

Daniel: ein Weissspieler und scharfer Taktiker mit strategischem Flair alias der Weisse Hai
Christian: seine Mühlen mahlen langsam aber stetig alias der
Mühlstein
Emin: ein effizienter Umsetzer von erzielten Vorteilen alias die Boa constrictor
Peter: ein neoromantischer Gambitspieler mit Schwarz alias der Schwarze Tod

Alles in allem ein gelungener Nachmittag mit spannenden Partien.

Bericht von Werner Hertzog


24.2.2026 BVM 25/26 - Ergebnisse der 6. Runde in der Kategorie B - gespielt am 17./18.2.2026


Webseite zur BVM
Resultatseite zur 6. Runde

 

Zollikofen 1 gewinnt auswärts mit 3:1 gegen Gurten 2
Herzliche Gratulation und DANKE für euren Einsatz!

 

Zollikofen 2 verliert auswärts mit 0:4 gegen SK Bern 3
DANKE für euren Einsatz!

 

Jede gespielte und analysierte Schachpartie ist Schachunterricht - über die Zeit eine bessere Übersicht und stärkere Züge am Brett folgen mit Sicherheit!